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Woran denkst du, wenn du „Yoga" hörst?

18. Sept.
3 Min. Lesezeit

„Nein! Yoga kann ich nicht, mein Bauch ist viel zu groß." Genau diesen Satz sagte kürzlich eine Bekannte zu mir, Andrea, ganz impulsiv und fast erschrocken, als wir auf einer Geburtstagsfeier über Yoga sprachen. Ein paar Tage später war ich selbst Teilnehmerin in einem wunderschönen, ziemlich fancy Wiener Yogastudio. Und plötzlich musste ich wieder an diesen Satz denken. Rund um mich scheinbar „perfekte" Yogin:is mit durchtrainierten Körpern, die beeindruckende Asanas, Kopfstände und sogar den einen oder anderen Handstand zeigten. Kurz gesagt: ziemlich viel von dem, was uns auch auf Instagram begegnet, wenn uns Yoga-Postings unterkommen. Vielleicht ist genau das der Grund, warum manche Menschen glauben, sie könnten kein Yoga machen – dieser Gedanke beschäftigt uns YogaSistas gerade sehr ...


Was verstehen wir eigentlich unter Yoga? Und noch wichtiger: Was wollen wir mit unseren Yogaangeboten vermitteln?


Woran denkst du eigentlich, wenn du das Wort „Yoga" hörst? Vielleicht an den herabschauenden Hund, den Sonnengruß, Meditationen, beeindruckende Verrenkungen oder sportliche Körper in perfekt sitzenden Leggings ... All das darf natürlich Teil von Yoga sein. Aber für uns ist Yoga nicht die Performance auf der Matte. Es ist mehr. Yoga ist auch eine Einstellung, die uns im Alltag begleitet. Wie gehe ich mit mir und mit anderen Lebewesen um? Welchen Beitrag kann ich leisten, damit die Welt ein bisschen besser wird? Was brauche ich, um mich zu erden, um meine Mitte, meine Ruhe, ja, meinen Frieden zu finden? Jeder Mensch ist individuell. Wir haben unterschiedliche Körper, Bedürfnisse, Geschichten, Themen und Wünsche. Und genau das möchten wir als Yogalehrerinnen sehen und anerkennen.


Unser Respekt vor dem Ursprungsland Indien, der jahrtausendealten Tradition des Yoga, den alten Schriften und Lehrenden, die diese Praxis weitergegeben haben, ist sehr groß. Gleichzeitig glauben wir, dass Yoga lebendig sein darf, dass wir die Praxis an unsere heutige Lebensrealität anpassen dürfen – an unseren Alltag, unsere Herausforderungen und vor allem an die Menschen und Körper, die gerade da sind. Wir sind überzeugt: Yoga ist für alle da – er sollte kein Luxusgut sein! Denn jede:r kann Yoga machen, wenn man sich darauf einlässt, und alle sollen Zugang zu Yoga haben.


Yoga kann so vieles sein


Vielleicht bedeutet Yoga für dich eine kraftvolle Asana-Praxis. Vielleicht eine ruhige Atemübung. Vielleicht Meditation. Vielleicht einfach einen köstlichen Kuchen genießen. Vielleicht das Lesen eines spirituellen Textes. Vielleicht der respektvolle Umgang mit dir und deiner Umwelt. Vielleicht ein Spaziergang durch den Wald. Vielleicht einfach 10 Minuten auf der Yogamatte herumkugeln.


Yoga kann uns helfen, Ruhe und Frieden zu finden, Verbindung zu schaffen, zu spüren und bewusster mit uns selbst umzugehen oder sogar zu leben. Yoga kann Gemeinschaft schaffen, ein Ritual werden und gleichzeitig unserem Körper guttun: ihn kräftigen, mobilisieren und uns dabei unterstützen, ihn besser wahrzunehmen. Dadurch kann Vertrauen entstehen und wachsen ... Genau dieses Verständnis von Yoga möchten wir weitergeben. Ein Yoga, bei dem niemand das Gefühl hat, erst beweglicher, sportlicher, schlanker oder besser werden zu müssen, um endlich anzufangen.


Und auch die junge Frau vom Anfang des Textes kann Yoga machen! Denn ihr Körper ist genauso richtig für eine yogische Praxis wie jener einer Top-Athletin oder jener eines Bauarbeiters. Also: Wir wollen diesen einen Satz nicht mehr hören, sondern freuen uns darauf, Yoga gemeinsam und ohne (Selbst-)Zweifel zu praktizieren, zu entdecken, wie Yoga ganz individuell und auch abseits der Matte unterstützen kann. Und wie schön ist es bitte, auf der Yogamatte nicht perfekt sein zu müssen, diesen Druck loszulassen – ganz nach dem Motto von Andreas Yogaausbildner Peter Clifford: „We love imperfection."


Yoga bedeutet für uns YogaSistas u. a. gut mit uns selbst, mit unseren Mitmenschen und der gesamten Umwelt umzugehen.

 
 
 

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