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Unser persönlicher Chill-Coach: Der Vagusnerv

Aktualisiert: 4. Mai

Dein Nervensystem, dein Wohlbefinden – so kannst du es unterstützen


Er ist gerade in aller Munde. Ziemlich prominent, heiß begehrt – alle wollen ihn kennen, auf ihrer Seite haben und hoffen, dass er zuverlässig abliefert. Eine echte Wunderwaffe, denn: Wenn ER gut arbeitet, läuft vieles einfach runder.

Na, schon eine Idee? Trommelwirbel … Die Rede ist vom VAGUSNERV!

Aktuell erlebt unser 10. Hirnnerv einen kleinen (okay, eher großen) Hype - genauso wie das Nervensystem insgesamt. Und ganz ehrlich: Das finden wir YogaSistas ziemlich gut. Sich selbst besser zu verstehen, schadet bekanntlich nie. Auch wenn solche Trends manchmal ein bisschen - naja, sagen wir’s mal so: überpräsent werden können – dieser Hype hat unserer Meinung nach definitiv seine Berechtigung. Es gibt insgesamt übrigens zwölf Hirnnervenpaare, die allesamt eine wichtige Rolle spielen, aber das würde jetzt den Rahmen sprengen - fokussieren wir uns also auf den Vagusnerv.

Was macht dieser Vagusnerv eigentlich?

Kurz gesagt: Er ist der Hauptakteur im sogenannten parasympathischen Nervensystem – also dem Teil, der für Ruhe, Regeneration und Entspannung zuständig ist („rest & digest“). Sein Gegenüber ist der Sympathikus („fight or flight“) – ebenfalls wichtig, aber eben eher für Action als für Entspannung zuständig.

Der Vagusnerv wird oft mit Sicherheit und Verbundenheit in Verbindung gebracht. Dabei geht es nicht unbedingt um äußere Sicherheit („keine Gefahr in Sicht“), sondern um ein inneres Gefühl: Vertrauen, Stabilität, Zufriedenheit: „Es ist okay, so wie es gerade ist. Ich vertraue, dass alles gut geht“.

Wenn dein Nervensystem gut reguliert ist, spürst du das deutlich: Du fühlst dich grundsätzlich wohl, kannst entspannt mit anderen Menschen in Kontakt treten und bleibst auch in herausfordernden Situationen vergleichsweise gelassen.

Wichtig dabei ist: Es geht nicht darum, immer völlig ruhig und ausgeglichen zu sein. Vielmehr bedeutet es, dass du die Fähigkeit und das Wissen hast, dich aus Momenten der Übererregung wieder zurück in einen Zustand des Wohlbefindens zu bringen. Das wiederum heißt nicht, dass du dich ständig zurückziehen oder nur entspannen sollst ... Ein Beispiel: Du hast einen stressigen Arbeitstag und kommst gefühlt kaum zum Durchatmen. Vielleicht kannst du dir trotzdem zwischendurch bewusst kleine Pausen nehmen – etwa indem du kurz auf die Toilette gehst und dir fünf Minuten - und wenn es "nur" zwei Minuten sind, ist das wunderbar - Zeit nimmst ruhig und tief in den Bauch zu atmen oder einfach ein paar Mal ganz lange so richtig schön mit einem tiefen Seufzer auszuatmen. So kannst du dir im Trubel einen kleinen Moment der Regulation schaffen.

Eine gute Balance im Nervensystem zeigt sich auch darin, dass du präsent sein kannst – interessiert, offen und kontaktfähig, ohne dich selbst zu verlieren oder dich schnell angegriffen zu fühlen. In diesem Zustand bist du zudem in der Lage, andere Menschen dabei zu unterstützen, wieder in ihren eigenen Wohlfühlzustand zu finden - das nennt man Co-Regulation. Wir Menschen sind hier aufeinander angewiesen. Janne Wind, Expertin für Stimme und Vagusnerv, sagt: „Wir sind nicht dafür gemacht, alleine zurechtzukommen – wir sind Herdentiere, die einander regulieren.“

Der Vagusnerv steuert wichtige Prozesse im Körper mit – unter anderem Herz, Lunge und Verdauung. Ein ausbalanciertes Nervensystem bzw. ein gut aktivierter Vagusnerv zeigen sich wie folgt: Deine Atmung ist ruhig, dein Herz schlägt gleichmäßig, deine Verdauung funktioniert wunderbar und deine Stimme wirkt klar und authentisch. Menschen und auch Tiere fühlen sich in deiner Nähe wohl.

In so einem Zustand kann dein Körper  am besten regenerieren - Reparaturmodus an, Stressmodus aus.

Und was passiert bei Dauerstress?

Wenn in deinem Alltag eher„Dauer-Alarm“ herrscht, schaltet dein System in den Überlebensmodus: Kampf oder Flucht („fight or flight). Das ist natürlich sinnvoll, wenn wirklich Gefahr droht, aber eher unpraktisch, wenn es „nur“ der volle Terminkalender oder die nervige E-Mail ist. Unser Nervensystem unterscheidet jedoch nicht, ob die Gefahr von einem Löwen ausgeht oder mich die vielen Meetings in den Wahnsinn trieben.

In diesem Zustand wird Energie umverteilt:

  • Verdauung? Wird runtergefahren.

  • Entspannung? Fehlanzeige.

  • Und auch zwischenmenschlich wird’s schwierig: Wir reagieren schneller gereizt, fühlen uns leichter und schnell angegriffen und (Selbst-)Reflexion hat grad keinen Platz.

Zusammengefasst: Deine Gedanken und Gefühle beeinflussen dein Nervensystem maßgeblich. Dein Nervensystem wiederum beeinflusst deinen Körper und körperliche Abläufe - Und das alles wirkt sich direkt auf dein Wohlbefinden aus ... Das eine bedingt das andere quasi …

Die gute Nachricht: Dein Nervensystem arbeitet immer FÜR dich – nie GEGEN dich. Es versucht, dich zu schützen. Und noch besser: Du kannst dein Nervensystem aktiv unterstützen, zum Beispiel über deine Atmung, z.B. tiefe Bauchatmung, und moderate Bewegung.

Und dann vielleicht noch der wichtigste Punkt: Lerne dich selbst und deine Bedürfnisse kennen ...

  • Was tut dir gut?

  • Was stresst dich?

  • Welche Menschen geben dir Energie – und welche eher nicht?

  • Wie kannst du freundlicher mit dir selbst umgehen?

  • Welche schönen, wenn auch nur kurzen, Momente kannst du dir selbst erschaffen?

Wir YogaSistas beschäftigen uns bereits seit mehreren Jahren mit dem Nervensystem - haben uns in diesem Bereich auch weitergebildet. Und wir beziehen es in unseren Yogaeinheiten stets mit ein. Es ist so unglaublich spannend, wie wir mit unkomplizierten Übungen und Methoden ganz große Wirkungen erzielen können. Falls du jetzt neugierig geworden bist und mit uns Yoga üben willst? Dann schau doch auf unsere Termine: https://www.yogasistas.at/termine Barbara bietet Yoga in Hüttschlag und Großarl an, Andrea in Wien. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen auf der Matte! Barbara & Andrea Foto: Tom Weilguny

 
 
 

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