„Tugende“ – Auf geht’s nach Uganda

Als die „Perle Afrikas“ bezeichnete einst Winston Churchill Uganda. Der ostafrikanische Staat begeistert tatsächlich mit seiner atemberaubenden Landschaft und Vegetation – davon durften auch wir YogaSistas uns auf Reisen schon einige Male überzeugen. Doch trotz alldem ist Uganda ein Land mit vielen Herausforderungen, mit denen besonders die dort lebenden Menschen zu tun haben. So ist zum Beispiel HIV nach wie vor ein großes Problem und eine adäquate medizinische Versorgung sowie Bildung sind nach wie vor nicht für alle Ugander*innen zugänglich.


Unsere Eltern Maria und Markus reisten 2008 das erste Mal nach Uganda. Das Land und die Menschen dort haben es ihnen von Anfang an „angetan“, sodass eine Reise der nächsten folgte. 2010/11 verbrachten sie fast ein ganzes Jahr in Uganda, sie arbeiteten und lebten mit den Menschen und erlebten den Alltag in dem ostafrikanischen Land. Mittlerweile sind sie in der Regel zwei Mal pro Jahr dort, um von ihnen initiierte Projekte zu betreuen und zu begleiten. Maria und Markus unterstützen Kinder, Jugendliche und Familien in Not. Dieses Engagement ist durch Spenden aus Österreich möglich. 2014 wurde der Verein „Tugende – Zukunft geben“ gegründet. Das Wort „Tugende“ ist Luganda (eine der vielen Landessprachen) und bedeutet "Auf geht‘s!“ Der Verein betreibt eine Schule mit rund 300 Kindern und 50 Angestellten, außerdem wird gerade eine Krankenstation gebaut.


Im folgenden Interview erzählen Maria und Markus Näheres über ihr Herzensprojekt.



Ihr kommt gerade aus Uganda zurück. Welche Eindrücke und Gedanken habt ihr mit nach Hause genommen? Maria & Markus: Wir sind sehr froh und dankbar, dass wir vor Ort sein durften. Gott sei Dank laufen unsere Projekte trotzt der schwierigen Zeit gut. Wir haben einen sehr tüchtigen, verantwortungsvollen Manager vor Ort, mit dem wir durchgehend in Kontakt sind. Es ist viel geschehen, seitdem wir das letzte Mal in Uganda waren. Zahlreiche Menschen unterstützen uns, es geht wirklich viel weiter.


Wie ist die Situation derzeit vor Ort, vor allem auch in Bezug auf Corona? Die Corona-Situation ist für die Menschen in Uganda eine große Herausforderung. Arme sind nun noch ärmer. Viele, die zumindest Teilzeitjobs hatten, sind arbeitslos. Die Schulen sind geschlossen, es fahren keine öffentlichen Verkehrsmittel während des Lockdowns. Die Menschen in den Dörfern haben kaum eine Möglichkeit auf medizinische Betreuung. Die Märkte sind geschlossen. Diese Situation ist für einen Großteil der Ungander*innen sehr prekär.


Bitte beschreibt kurz den Kern eures Engagements in Uganda. Uns ist es wichtig die Menschen vor Ort zu unterstützen und sie auf dem Weg hin zu einem selbstbestimmten Leben zu begleiten. Unser Projekt beinhaltet drei Schwerpunkte:

  • Schule

  • Gesundheitliche Versorgung und Betreuung

  • Farm und Landwirtschaft


Im Schulprojekt „Cornerstone“ werden die Schüler*innen vorrangig über Patenschaften unterstützt. Wie sieht eine solche Patenschaft aus? In der „Cornerstone“-Schule sind zurzeit 300 Schüler*innen, davon 200 im Internat. Ein Teil von ihnen wird von uns durch Patenschaften unterstützt: Es sind dies Kinder, deren Eltern sich das Schulgeld nicht leisten können. Der monatliche Beitrag für ein Kind beträgt 35 Euro. Hier sind das Essen, die Internatskosten, die Betreuung und die Kleidung inbegriffen.


Ein weiteres aktuelles Großprojekt ist der Bau des Krankenhauses „Red Rose Hospital“. Wie entwickelt sich dieses Projekt und wo steht ihr gerade? Der Bau unseres „Red Rose Hospitals“ entwickelt sich gut. Das Gebäude ist soweit fertig, es fehlen noch die Innenausstattung, die Einrichtung sowie die Geräte. Das Krankenhaus bietet allgemeinmedizinische Betreuung, eine Geburtenstation mit Möglichkeit zum Kaiserschnitt, Betreuung für von HIV Betroffene, Zahnbehandlung und Aufklärungsarbeit.


Warum habt ihr euch als Land eigentlich ausgerechnet Uganda ausgesucht? Afrika hat uns immer schon fasziniert. Durch die Bekanntschaft der Marienschwestern vom Karmel, die in Uganda tätig sind, sind wir nach Ostafrika gekommen. Wir haben sogar vor zehn Jahren zehn Monate dort verbracht und haben mit den Menschen dort gelebt und gearbeitet. Diese Zeit hat uns sehr geprägt und seitdem entwickelt sich unser Engagement in Uganda stetig weiter.


Gibt es spezielle Herausforderungen, die der Verein und dessen Projekte und/oder auch Uganda an euch stellen? Ein solches Projekt ist immer mit Herausforderungen verbunden, alleine schon deshalb, weil verschiedene Kulturen und Menschen sich gemeinsam auf einen Weg machen. Gegenseitiger Respekt, gegenseitiges Verstehen und Offenheit sind hier wichtig, damit dieser Prozess erfolgreich funktioniert.


Ein solches soziales Engagement ist toll und bewundernswert. Warum macht ihr das? Durch verschiedene Aufgaben in sozialen Bereichen seit der Jugend an war es schon immer ein Wunsch von uns, Menschen, die nicht so privilegiert sind wie wir zu unterstützen. Es hat sich alles ergeben so wie es ist und dann investiert man viel Liebe und Energie. Und auf einmal läuft es … und es geht weiter und weiter … Es ist großartig für uns mitzuerleben, wie ein solches Projekt entsteht und wie es wächst und was sich daraus alles ergibt.


Welches Ziel verfolgt ihr generell mit dem Verein „Tugende – Zukunft geben“? Unser Ziel ist es, dass dieses Projekt sich großartig entwickelt, sodass wir uns irgendwann zurücknehmen können und die Menschen, mit denen wir zurzeit zusammenarbeiten, es voller Selbstvertrauen in ihre Hände nehmen. Wir wollen (junge) Menschen dazu ermutigen, selbstbewusst ein eigenständiges Leben zu führen - Stichwort: Hilfe zur Selbsthilfe.

Wie können Interessierte das Projekt unterstützen? Wir sind für jede Unterstützung dankbar, sei es für eine Geldspende oder für die Begleitung im Gedanken. Jeder Euro ist unglaublich viel Wert. Momentan brauchen wir dringend die Ausstattung für das „Red Rose Hospital“. Einige Spender*innen haben sich zum Beispiel bereit erklärt ein Krankenbett um 120 Euro zu kaufen. Andere wiederum haben eine Patenschaft für ein Schulkind übernommen. Wieder andere spenden einfach einen Geldbetrag ihrer Wahl … Wie gesagt: Jeder einzelne Euro zählt.

Danke für das Gespräch und alles Gute für "Tugende"! Sehr gerne! Weebale Nnyo :).



Bei Fragen und Interesse zu „Tugende – Zukunft geben“ stehen Maria und Markus sehr gerne zur Verfügung. Hier ihr Kontakt: Maria & Markus Huttegger

Email: info@tugende-zukunftgeben.at

Tel. Maria: +43 (0) 664 7503 6563

Tel. Markus: +43 (0) 676 8746 5612

Website: www.tugende-zukunftgeben.at


In der "Cornerstone"-Schule werden mittlerweile rund 300 Kinder unterrichtet. (c) Huttegger

187 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen