Om, Namasté und Entspannungsoasen für unsere Jüngsten

Von Barbara


Seit meine ältere Tochter in der Schule ist, stelle ich mir immer wieder die Frage, wie es ihr wohl geht mit den ganzen Anforderungen, die tagtäglich auf sie einprasseln: Schreiben, Lesen, Rechnen lernen, alleine den Schulweg bewältigen, mit Bewertungen und Noten umgehen, Wachstumsschübe, stillsitzen, ein Instrument lernen, Wettbewerbe, Schirennen, Langlaufrennen und und und. Die Liste ist unendlich! Wie schaffen die Kinder das nur??? All diese neuen Dinge … sie müssen eigentlich unter Dauerstress bzw. -druck stehen!


Ich weiß, dass ich meinen Kindern vieles nicht ersparen kann und dass es zur Entwicklung dazugehört, immer Neues zu lernen und auch mal mit schwierigen Situationen konfrontiert zu sein. Und ich will natürlich, dass die Kinder gewappnet sind für die „Welt da draußen“. Aber: Wie kann ich sie bestmöglich auf ihrem Weg unterstützen und wie können wir gemeinsam ein gutes, stabiles Fundament schaffen, sodass die Kinder bereits von Anfang an Selbstfürsorge, Klarheit und einen liebevollen Umgang mit sich selbst sowie mit ihrer Umwelt in ihr Leben integrieren?


Bei alldem ist es mir persönlich besonders wichtig, die „inneren Räume“ meiner Mädels zu stärken. Und zwar so sehr, dass die „äußeren Umstände“ sie nicht so schnell umhauen oder gar aus der Bahn werfen. Damit meine ich, wir sollten sie stärken in ihrem Inneren, damit sie schon in jungen Jahren lernen, sich selbst gut einzuschätzen und zu behandeln, wenn sie später oder auch jetzt schon häufig unter Druck stehen.


Träumen und Fantasieren


Einen bewussten Umgang mit Gefühlen, Emotionen, mit dem eigenen Körper zu erschaffen ist essentiell. Ebenso wie darauf zu schauen, dass die Kinder so lange wie möglich Kinder sein dürfen, ihre Fantasien angeregt werden und sie diese im Spiel, in ihren Vorstellungen stets weiterspinnen können, und wir mit ihnen immer wieder Entspannungsoasen zaubern. An diesen Orten können die Kinder ihrer Fantasie und ihren Träumen freien Lauf lassen. Denn träumen und fantasieren machen das Leben um so vieles reicher und lebenswerter.


Kurzer Exkurs: Wir alle träumen in der Nacht. Daran kann man sich manchmal erinnern, oft aber auch nicht. Würden wir nicht träumen, würden unser Gehirn und unsere Psyche das gar nicht aushalten und früher oder später würden wir krank werden. Auch Tagträume sind gesund für die Psyche, da ebenfalls wie im Schlaf Gedanken und Gefühle verarbeitet und somit nicht verdrängt werden.


Eine dieser Entspannungsoasen kann Kinderyoga sein. Ich liebe es, Yoga und Klangpädagogik bereits für die Jüngsten anzubieten. Hier haben die Kinder die Möglichkeit, den eigenen Körper zu erfahren, zu erleben, in verschiedenste Rollen zu schlüpfen und spielerisch in die Entspannung zu finden. Die Kinder dürfen so sein wie sie sind, es gibt kein Wettbewerbsdenken, kein Richtig und kein Falsch, keinen Druck und KEINE BEWERTUNGEN! Das macht Kinderyoga für mich zu etwas ganz Besonderem. Denn, wo finden wir das heutzutage noch? In allen sportlichen Aktivitäten werden Wettbewerbe durchgeführt, Turniere oder Spiele, in denen es Sieger*innen und Verlierer*innen gibt, in denen BEWERTET wird. Auch wenn das Kind ein Instrument lernt, sollte es immer besser und besser werden … Aber: Ist das wirklich so essentiell? Wichtig ist doch, was der junge Mensch macht und nicht nur, wie gut er oder sie es macht. Natürlich ist es toll, wenn Fortschritte zu bemerken sind – aber die kommen dann sowieso, wenn die Kinder es gerne tun, oder?


Selbstregulation und Selbstkontrolle


Kinder sind heutzutage vielen Situationen ausgesetzt, in denen sie schon sehr früh sehr viel Selbstkontrolle einsetzen müssen. Selbstkontrolle und Selbstregulation sind wichtig, um das tägliche Leben gut zu meistern - später für den Beruf, für die Beziehungen und für vieles mehr, das im Leben auf einen zukommt. Man weiß mittlerweile allerdings auch, dass durch ständige Selbstkontrolle sehr viel an Energie aufgewendet wird. Und genau diese Energiereserven müssen wieder aufgeladen werden. Aber bitte nicht unbedingt (nur) mit Schoko- oder Shoppingorgien! Das kann auf Dauer zu schlechten Ergebnissen führen … da gibt es schönere und liebevollere Möglichkeiten, finde ich J (siehe unten).


(Innere) Räume schaffen


Wenn wir schon bei den Kindern ansetzen und ihnen Angebote zur Entspannung bieten, damit sie ihre „inneren Räume“ stärken und sie mit ihren Gefühlen, Emotionen gut umgehen lernen, kann sehr viel weiterer Stress und Schaden vermieden werden.


Beginnen wir zu Hause. Schaffen wir Räume, wo Kinder Kind sein dürfen. Nehmen wir den Druck raus. Will das Kind wirklich noch mehr Kurse besuchen oder Termine wahrnehmen? Oder will es einfach herumtoben und mit Freund*innen spielen?


Es gibt unzählige Dinge, mit denen wir unsere Energiereserven aufladen können, hier meine Vorschläge: Termine absagen, die Natur genießen, Wohlfühlgeschichten erfahren, Wohlfühllieder hören, uns ungezwungen bewegen, Tanzen oder einfach zu Hause kleine Entspannungsecken schaffen. Kinder lieben es z.B. sich eine Höhle zu bauen, mit Kissen, Decken, Tüchern, … ein perfekter Rückzugsort für die Kleinen.


Wenn du Klanginstrumente zu Hause hast, z.B. eine Klangschale, eine Klangkugel oder einen Regenmacher (kann mit einer Papprolle und Reis sehr gut selbst hergestellt werden!), ist das super: Experimentiert damit, denkt euch Geschichten aus und genießt ungezwungene Zeit miteinander. Auch Meditationsmusik mögen Kinder sehr gerne.


Oder probiere ganz einfache Dinge wie mit sanfter Stimme sprechen, liebevolle Berührungen (hier können auch Massagebälle verwendet werden), liebevolle Blicke, angenehme Düfte usw. Solche Kleinigkeiten können unglaublich viel bewirken! Hier ein Link zu einem wunderbaren Entspannungslied, das Kinder (und Erwachsene) lieben: https://www.youtube.com/watch?v=Y_ljEkA-oRc.


In England wurde 2019 übrigens in 370 Grundschulen das Pflichtfach „Achtsamkeit“ eingeführt. Ich wünsche mir, dass wir auch hier diese Richtung einschlagen … Und wer weiß, vielleicht sind Kinderyoga, Meditation und Klangpädagogik irgendwann einmal ganz selbstverständlich in Schulen und anderen pädagogischen Einrichtungen. Ich träume einfach mal davon 😊.


Und Zum Schluss noch zwei Zitate, die mich sehr zum Nachdenken bringen:


„Wie die Welt von morgen aussehen wird, hängt in großem Maß von der Einbildungskraft jener ab, die gerade jetzt lesen lernen.“ (Astrid Lindgren)


„Wenn jedem achtjährigen Kind auf dieser Welt Meditation beigebracht wird, beseitigen wir die Gewalt auf der Erde innerhalb von einer Generation.“ (Dalai Lama)



(c) Pexels/Tatiana Syrikova

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